Ich mach Yoga!

Der Ashtanga Yoga Blog

Ashtanga – Practice practice, and all is coming

Stefanie von Yogastern trommelt zur Blogparade mit dem Thema “Was bedeutet Yoga für dich persönlich?”. Wie schon der Feierabend-Yogi Stephan und Frederik will auch ich gerne dem Aufruf folgen.

Ashtanga Yoga Buddha für Blogparade

Die erste Frage ist, wie ich zum Yoga kam.

Vor 7 Jahren rutschte ich im Mauritius-Urlaub eher zufällig auf die Yoga-Matte eines indischen Yoga-Gurus. Er rollte mit den Augen, pustete Druckluft aus und verbog seinen Kautschukkörper in einer zirkusreifen Vorstellung. Irgendwie faszinierte mich dies.

Hinzu kam das Gefühl des kraftvollen und magischen Orts unter den tropischer Sonne, exotischen Pflanzen, hoch über der Meeresbrandung. Es dauerte dann einige Monate bis ich mich auf den Weg in ein mit Frauen voll besetztes Yoga-Studio traute (Meine erste Stunde).

Was praktiziere ich?

Nur Ashtanga – der achtgliedrige Pfad. Als Kerl kommt mir der Fokus auf Körper und Asanas sehr entgegen. Krafft, Athletik und Symetrie des Körpers faszinieren mich sehr. Auch die festgelegten Übungssequenzen mit den ritualisiserten Mantras vorher und nachher passen wunderbar in das Gesamtkonzept. Bisher komme ich noch nicht ganz durch die erste Serie (Yoga Chikitsa). Das ist auch kein Wunder. Leider schaffe ich es nicht täglich meine Warrior-Matte auszurollen. Und ohne regelmäßige Übung auch keine erste Serie.

Was fasziniert mich an Ashtanga?

Neben der Körperlichkeit begeistert mich die Tradition und vor allem die Philosophie. Es ist verblüffend, wenn man die uralten Schriften der Veden und die überlieferte indische Traditionen studiert und dabei feststellt, dass alle Aussagen und Erkenntnisse über den menschlichen Geist und der Aufbau der Welt heute noch sehr aktuell sind. Vielleicht aktueller denn je.

Wenn man sich ein wenig intensiver mit der modernen Hirnforschung bzw. mit den neusten Erkenntnissen beschäftigt, versteht man was sich durch Ashtanga im Hirn nach und nach verändert. Alleine schon durch eine bessere Körperhaltung und bewussteres Atmen, vitalisiert sich der Geist und das Hirn. Hirnforscher wie Dr. Gerald Hütter nennen diese Wechselwirkung zwischen Geist und Körper Embodiment - und zwar ganz unabhängig von Yoga oder Ashtanga.

Was sind meine Quellen?

Viele Impulse erhielt ich von Danny Paradise, Andrea Panzer, Anna Trönkes und vor allem Dr. Ronald Steiner. Auf fundierter Art und Weise bringt er als praktizierender Arzt die anatomischen und physiologischen Wirkungen der Asanas näher. Vor allem seine Idee des korrekten und gesunden Ausrichtens (Alignment) kommt mir sehr entgegen.
Mir wurde so sehr schnell klar, dass das schulmedizinische Wissen nur eine von mehreren Sichtweisen auf die Funktion des Körpers ist. Überliefertes traditionelles Wissen mit Energiekreisläufen, Mantra und Meditation ist eine andere Sicht auf Geist und Körper. Diese beiden Welten bringt Ron perfekt zusammen.
Faszinierend finde ich auch, wie viele andere asiatische Disziplinen, welche mit Yoga rein gar nichts zu tun haben, auf identische Ziele hinarbeiten. Selbst habe ich mich etwas intensiver mit Zen oder Qi-Gong beschäftigt. Ganz häufig dachte ich dabei: “das ist doch Yoga“.

Ashtanga ist der meditative Flow in Atmen und Bewegung

Die Kraft der bipolaren Welt findet sich im gesamten Ashtanga wieder. Ashtanga und die Haltungen sollen (gemäß dem Yoga-Sutra von Patanjali) ernst, fordernd und korrekt ausgeführt werden. Gleichzeitig soll ich aber locker, nicht überanstrengt und freudig sein. In diesem leichtem Widerspruch spiegeln sich die gegensätzliche Übungsfolgen wie z.B. Vor- und Rückbeuge, Ein- und Ausatmen, Energie auf und ab.

Im Prinzip ist die Wirkung von Ashtanga das Faszinosum. Ein indischer Lehrer von Dr. Ronald Steiner hat ihm als Antwort auf bohrende Fragen wie man diese und jene Haltung erreichen kann einmal gesagt: “Practice practice, and all is coming“. Seither wird dieser Satz häufig zitiert, wohl auch deshalb weil in diesem einfachen Satz die gesamte Essenz von Ashtanga steckt.

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