Früh morgens, 5.30 Uhr. Stille. Die Nacht geht. Die Sonne steigt aus dem ruhigen Meer empor. Kraftvoll strahlt sie auf den feinen Sandstrand. Ich stehe auf dem Holzpodest, die Kamera auf Selbstauslöser eingestellt – klick. Ich prüfe das Bild.


Mein Yogafoto bei Sonnenaufgang oder SonnenuntergangEs wird klar: Die Sonne steht schon zu steil. Vielleicht ist doch ein Yogafoto bei Sonnenuntergang besser als bei Sonnenaufgang.
Ich beschließe am nächsten Morgen eine halbe Stunde früher mein Holzaufbau am Strand zu besteigen.
Schließlich muss ich als ordentlicher Yogi ein paar Asana-Bilder mit aus dem Urlaub nachhause bringen. Jeder größere Stein, jeder Baumstamm muss herhalten. Hauptsache das Meer und die tiefstehende Sonne geben einen stimmungsvollen Hintergrund ab. Die Yoga-Werbung hält es mir Neuling ständig vor: Yoga wird in gigantischer Natur mit prächtiger Bergkulisse oder am romantischen Strand praktiziert.

Also rolle ich am nächsten Tag um 5 Uhr ( !!!) meine Matte aus. Diesmal ist es noch etwas dunkler. Wieder Fotoapparat auf Selbstauslöser, wieder mein Lieblings-Asana und – aua. Blöde Mücke. Und nochmal – aua, genau in dem Moment als die Kamera auslöst.
Eine ganze Horde von Stechmücken fallen über mich her. So als ob sie auf mich seit Tagen gewartet hätten und mich nun endlich zum Frühstück verzwiebeln könnten.

Nach dem dritten Anlauf doch noch ein passables Yogafoto zu erzeugen gab ich völlig verstochen auf. Inzwischen ist es auch schon wieder zu hell geworden. Schlagartig sind jetzt auch die nervigen Stechmücken weg. Fest entschlossen es am nächsten Tag ein letztes Mal zu versuchen, räume ich mein Yogapodest.
Am nächsten morgen allerdings; Regen und Wolken in den Tropen.

Was bleibt ist die Erkenntnis, dass sich ein stimmungsvolles Yogafoto wohl einfacher mit Photoshop erzeugen lässt, aber die Jagd nach dem persönlichen Yogafoto riesigen Spaß macht.