Respekt liebe Yoga-Lehrer. Das kann nicht jeder, zumindest nicht so hemmungslos und nicht wenn im Ashtanga Yoga soviel Schweiß im Spiel ist.

Schweiss von Ashtanga Yoga auf der Haut und auf dem FußIch spreche von Hilfestellungen, die üblicherweise ein guter Yoga-Lehrer geben muss um die Haltungen eines Yoga-Schülers zu korrigieren oder zu unterstützen.

Fremde Menschen auf nackter Haut anzufassen ist als solches nicht schlimm und in vielen Berufen ganz selbstverständlich. Wenn die Haut allerdings dank gut funktionierender Schweißdrüsen schmierig aufgeweicht und die triefenden Yoga-Klamotten mit dem wässrigen Körpersekret durchdrungen sind, finde ich das nicht mehr ganz so selbstverständlich.

In diesem ausgedünsteten Zustand fühlt man sich selbst schon abstoßend, wie muss sich dann erst ein Yoga-Leher fühlen?

Gerade beim fordernden Ashtanga-Yoga (aber auch Bikram Yoga) ist es sogar das Ziel sich richtig durchzuschwitzen und insofern ist es sogar ein Trost, dass der Yogi auf der Matte nebenan mindestens genauso tropft wie man selbst. Der Yoga-Lehrer scheint allerdings keine Berührungsängste zu kennen. Eine notwendige Korrektur einer Asana scheint wichtiger, als in fremde Schweißlachen zu langen. Sogar vor schweißgebadeten Fußberührungen wird nicht halt gemacht und kräftig zugelangt.

Fremder Schweißfuß

Dass dies unerfahrenen Yogis schwerer fällt, merkte ich selbst bei einem mehrtägigen Ashtanga-Workshop, bei dem es hauptsächlich um die Ausrichtung der Füße ging.
Hauptbestandteil waren Partnerübungen. Es ging darum die Anatomie von Sehnen, Muskulatur und Fußknochen zu ertasten. Bei möglichst vielen verschiedenen Füßen sollte so z.B. das Os naviculare und das Kahnbein ertastetet werden.
Noch nie in meinem Leben vorher habe ich so viele fremde Füße abgetastet. Und spätestens als wir den Vorderfuß gegen den Hinterfuß drehen sollten, war mir klar dass es keinen Unterschied zwischen einem feuchten Schwamm und einem fremden Yoga-Fuß gibt. Nur dass der Schwamm irgendwann kein Wasser mehr enthält und der Yogi immer wieder prima Schweiß nachproduziert.
Während die Yoga-Lehrer keine Hemmungen vor Berührungen haben, sind andere Yogis deutlich reservierter. Bei normalen Hilfestellungen, wenn ein Yogi den anderen Yogi unterstützen möchte ist dies zu erkennen. Man macht sich eher Gedanken über die Anzahl von Hautbakterien und Krankheitserreger die sich übertragen könnten, als dem Mit-Yogi in die richtige Asana zu helfen.

Alleine schon an der Art der Berührung erkennt man wie viel praktische Erfahrung ein Yogi mit Hilfestellungen gesammelt hat. Denn vermutlich ist es auch mit den schweißträchtigen Fremdberührungen so wie mit Vielem im Leben: Tue das was du fürchtest, und die Furcht stirbt einen Sicheren Tod (Dale Carnegie).